Susanne Hanus

„Bagatellen?!“

Die Bleistiftzeichnungen im Fenster zeigen die zwei Beispielfälle „A.T und M.H.“ sowie „ W.S.“. Sie gehören zu einer Zeichnungsserie von Gerichtsverhandlungen, bei denen sowohl die Wahrheitsfindung als auch die Gerechtigkeit in Frage gestellt werden müssen. Häufig trifft es Menschen mit Migrationshintergrund oder sozial Benachteiligte, die keine oder kaum Fürsprecher haben. Ihre Belange gehen unter. Sinnbildlich werden diese Verstrickungen von Wahrheit und Gerechtigkeit, durch ein Fadengespinst, das sich vom Fenster aus ins Gelände des Wolkenhofs zieht und das als Struktur übers ganze Land und die Welt weitergedacht werden kann. Denn wir alle befinden uns in dieser Verstrickung. Sei es, weil uns die Kraft, die Idee oder auch der Wille zur Veränderung fehlt oder weil die Unübersichtlichkeit, der wir ausgesetzt sind, uns daran hindert, Zusammenhänge zu verstehen.

3.8.2014 bis 19.9.2014

Susanne Hanus

*1975 in Berlin lebt und arbeitet bei München

Studien an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Hochschule der Künste Berlin, Glasgow School of Art, Schottland

2014 temporäres Atelier im Projektraum bautzner69, Dresden

Zeitspuren, Susanne Hanus, Tatiana Utz Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg

2013 Transformation Urban, Susanne Hanus Monika Humm, Tatjana Utz, Villa Streccius, Kunstverein Landau

2011/12 Residenzstipendium im Alten Spital Solothurn/ Schwei

2011 Recherchestipendium für die Ukraine, Haus des Deutschen Ostens München

2010 Atelierstipendium Künstlerhaus Bremen

2008 Leonhard und Ida Wolf Gedächtnispreis, München

2003/04 Stipendiatin der Heinrich-Böll-Studienstiftung