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Videoarbeiten von Costantino Ciervo, Georgette Maag, Vladimir Mitrev
26. Dezember 2015 bis 7. Februar 2016

„Home“ kann auf Englisch Heim bedeuten, Zuhause aber auch Heimat. Was bedingt, dass wir einen Ort als Zuhause empfinden? Welche Geschichten und kleinen Alltagsdinge sind es, die Heimat schaffen? Und wie viel braucht man, um daheim zu sein? Fragen, die angesichts der vielen Menschen auf der Flucht aktueller sind denn je.

Georgette Maag, Labor, 2015, 2:17min
Ein spielerisches Experiment mit der Oberflächenspannung des Wassers. Es fliesst auf eine matte Oberfläche, bis sich in seinem Spiegelbild das Labor offenbart, in dem das Experiment stattfindet.
Georgette Maag

Vladimir Mitrev, The Inner Life of My Wardrobe, 2013, 12:29min
Schränke sind intime Aufbewahrungsorte. Im Video jedoch öffnen sich die Schanktüren in rhythmischen Intervallen und jedes Mal bietet sich ein anderes Bild auf sein Innenleben: mal leer, mal voller persönlicher Dinge, mal Projektionsfläche für private Familienbilder, mal für Ausschnitte aus Propagandafilmen, für Aufnahmen vom Fall der Berliner Mauer oder der alten Strassenbahn von Sofia. So wird der Schrank des 1972 in Bulgarien geborenen Künstlers zum persönlichen Erinnerungsort an die Zeit der Transformation in eine postkommunistische Gesellschaft. Weil der Künstler all diese Erinnerungsfragmente, Objekte, Filmausschnitte mit einer ganzen Generation Osteuropäer teilt, ist das Innenleben seines persönlichen Schrankes auch ein kollektives Archiv.
www.vladimirmitrev.com

Georgette Maag, ma chère, 2001/03, 6:37min
Zwei Damen mit ihren Pudeln, die auf der Strasse ein längeres Abschiedsritual zelebrieren. Als unermüdliche Beobachterin ihrer alltäglichen Umgebung fängt Georgette Maag zufällige Begebenheiten und kaum beachtete Details ein und transformiert sie in kontemplative Bilder.

Costantino Ciervo, l’uomo resiliente - der resiliente Mensch, 2015, 8:05min
Mit Resilienz wird in der Biologie die Fähigkeit bezeichnet, sich an Umweltbedingungen anzupassen und ihnen zu widerstehen. Antonio lebt seit sechs Jahren ein Einsiedlerleben in einem selbstgemachten Verschlag im künstlichen Steinriff der Bootsanlegestelle von Mergellina in Neapel. Im Gespräch erzählt er dem Künstler seine Lebensgeschichte, die ihn an diesen Ort geführt hat. Er erweist sich dabei als Mensch, dem es aus einer hoffnungslosen Lebenssituation heraus gelungen ist, zu widerstehen, sich anzupassen, ohne dabei kaputt zu gehen - und wieder aufzusteigen; aber nicht im Sinne eines sozialen Aufstiegs oder einer gelungenen wirtschaftlichen und sozialen Wiedereingliederung, sondern in dem Sinne, dass er in der Lage war, seinen Körper, seine Identität und seine moralische Integrität zu bewahren.
http://www.ciervo.org