Arawak
Die Arawak (auch Aruak oder Arawaken) sind ein indigenes Volk an der Nordküste von Südamerika, dessen Sprache heute nur noch von einigen hundert Menschen in Surinam und Guyana gesprochen wird. Der Begriff Arawak soll in einem Dialekt der Sprache soviel wie «Maniok–Blüte» bedeuten. Als Arawak bezeichnet man auch alle indigenen Völker Südamerikas, die eine der Arawak-Sprachen sprechen.
Die ersten Bewohner von Santa Lemusa
Ab dem 1. Jh. v. Chr. dringen Arawak aus dem Orinocodelta (im heutigen Venezuela) sukzessive in die Karibik vor. Einige lassen sich auch auf Santa Lemusa nieder. Diese ersten Bewohner der Insel sind Jäger, Fischer und Bauern. Sie kennen noch kein Metall und stellen ihre Gerätschaften aus Steinen, Knochen und Muscheln her. Meist leben sie in Küstennähe oder an den Ufern der Flüsse.
Culture pualsieoïde
Nebst verschiedenen Werkzeugen und einzelnen Schmuckgegenständen haben sich von diesen ersten Inselbewohnern vor allem zahlreiche Keramikscherben erhalten – oft mit schönem Ritz-Dekor. Die Lage von Santa Lemusa etwas abseits der Kleinen Antillen führt dazu, dass sich hier eine ganz eigene Kultur entwickelt. Sie lässt sich vor allem über die sehr spezielle Verzierung der Töpferwaren erfassen. Nach einem auf der Keramik besonders häufig auftretenden Motiv wird diese frühe indianische Kultur von Santa Lemusa Culture pualsieoïde oder auch Culture du sourcil genannt (wobei pualsieoïde eine Ableitung der kreolischen Bezeichnung pwèlzyè für «Augenbraue» ist). Veränderungen beim Keramikdekor entsprechend unterscheidet man zwischen Pualsieoïde I (etwa 100 v.Chr. bis 400 n.Chr.) und Pualsieoïde II (etwa 350 bis 700). Ab etwa 700 machen sich auch beim Keramikdekor die Einflüsse neuer Einwanderer bemerkbar – man spricht dann von einer Culture post-pualsieoïde (etwa 700 bis 900).
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