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In den 1960ern stellte Brendan Kelly überall silberne Automaten auf.

  Ti Fèt Automat

Südosasiatische Ursprünge

Wie so viele Gericht auf Santa Lemusa kam offenbar auch Ti-Fèt mit Einwanderern ins Land – vermutlich im Verkauf des 19. Jahrhunderts. Das Rezept hat Ähnlichkeiten mit Schmortöpfen, die man in Malaysia «Semur» nennt und auf den Philippinen «Adobo» – wobei diese oft mit Essig (oder Tamarinde) und dafür ohne Zwiebeln zubereitet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hauptspeise für 2 bis 4 Personen

600 g Rindsragout (Voressen)

1 TL Schwarzer Pfeffer, ganz

1 Stange Zimt von 10 cm Länge

1 Anis-Stern

3 Gewürznelken

Samen aus 3 Kardamom-Kapseln

3 Chilis von Typ Pepperoncino, entkern und in Stücke gehackt

6 Zehen Knoblauch, geschält und grob zerhackt

1 Stück frischer Ingwer von der
Grösse eines Pingpongballs, geputzt und grob zerhackt

1 EL Rapsöl

1 Stängel Zitronengras, geputzt und in möglichst feine Ringer zerschnitten

1 Stück Galgant von der Grösse eines Pingpongballs, geputzt und in feine Rädchen geschnitten

5 EL dunkle Sojasauce

1 TL Zucker

2 Zwiebeln, fein gehackt

Salz

 

Dazu passt am besten frisch gedünsteter Chavala-Reis (oder ein guter Basmati) – wie er gedünstet wird, steht hier.

 

 

«Ti-fèt»

(Geschmortes Rind mit Knoblauch und Soya)

Der Name dieses Gerichts bedeutet soviel wie kleines Fest und dürfte wohl daher rühren, dass einzelne Zutaten von Ti-fèt früher äusserst kostspielig waren – vor allem Zimt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts schlugen nämlich alle Versuche fehl, Cinnamomum zeylanicum in der Karibik zu kultivieren (vergleiche das Kapitel über Kannèl). Die Importe aus dem Indischen Ozean oder Südamerika waren teuer, das Gericht folglich kostspielig. Der Name verrät also auch, wie alt dieses Rezept sein muss. Heute sind die Ingredienzien zwar für wenig Geld zu bekommen, dennoch duftet Ti-fèt intensiv würzig, irgendwie kostbar und wer aufmerksam isst, wird etwas Feierliches auf seinem Gaumen spüren.

Glänzende Automaten

Mit «Ti-fèt» verknüpfen die Bewohner von Santa Lemusa allerdings auch noch etwas anderes. In den 1960er Jahren nämlich gründete Brendan Kelly, ein aus Limerick stammender Unternehmer, eine Firma mit Namen «Ti-fèt» und stellte überall auf der Insel silbern glänzende Automaten auf, aus denen sich Hungrige gegen ein paar Centimes einen Hamburger oder ein Sandwich ziehen konnten. Die Kunden allerdings wollten sich für den ripa lotomat nicht wirklich begeistern – und also räumte Kelly die Automaten nach einigen Monaten wieder ab und kehrte mit ihnen nach Irland zurück. Eine dieser glänzenden Kisten allerdings ist auf Santa Lemusa geblieben und wird seither für ständig wechselnde Zwecke gebraucht: Eine Zeit lang konnte man an dem Automaten erotische Videofilme beziehen, dann Kunstwerke und heute füllt eine Bäckerei wieder Hamburger und Brötchen ein.

 

Ti-Fèt wird traditionellit frisch gedünstetem Chavala-Reis serviert.

Zubereitung

1. Pfeffer, Zimt, Anis-Stern und Gewürznelken in einer Pfanne vorsichtig trocken rösten – bis es duftet.

2. Die gerösteten Gewürze zusammen mit den Samen aus den Kardamom-Kapseln in einer Kaffee-Mühle puversisieren.

3. Chilis, Knoblauch und Ingwer zusammen mit den pulversisierten Gewürzen im Mörser zu einer Paste verarbeiten (mehr dazu hier).

4. Das Öl in einem schweren Topf erhitzen und die Pasta darin sorgfältig anbraten bis es duftet.

5. Zitronengras und Galgant beigeben und kurz mitbraten.

6. Sojasauce, Zucker sowie 3 dl Wasser beigeben und aufkochen lassen.

7. Die Rindfleischwürfel sowie die Zwiebel in den Sud geben, nochmals aufkochen lassen, Hitze reduzieren und zugedeckt (je nach Qualität des Fleisches) 1 bis 1½ Stunden köcheln lassen.

8. Zum Schluss den Deckel abnehmen und bis zur gewünschten Konsistenz eindicken lassen. Mit Salz abschmecken und mit frisch gedünstetem Chavala-Reis servieren.

TIPPS

Die Schärfe des Gerichts kann man dadurch steuern, dass man die Scheidewände der Chilis mehr oder weniger entfernt. Ausserdem kann man dem Gericht auch eine Scheibe getrocknete Tamarinde oder etwas Tamarindensaft beigeben – wodurch es eine säuerliche Note erhält und besser haltbar wird. Aufgewärmt übrigens schmeckt Ti-Fèt noch intensiver.

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Lena Eriksson begibt sich in die Düfte von Ti-Fèt (Verkostung vom 24. Februar 2009 in Zürich).   Degustation

Erste Publikation 2006
Neue Publikation: 25. Februar 2009
Letzte Modifikation: 25. Februar 2009
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