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Zartes Spiel: Die hübschen Blüten eines Linsenstrauchs.

  Violette Blüte

Hülsenfrüchte

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aus Santa Lemusa

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Linsen

Linsen spielen in der Gastronomie von Santa Lemusa eine zentrale Rolle. Sie werden gerne zu Suppen verarbeitet, oft aber auch als würzige und saftige Beigabe zu trockenem Reis gereicht. Auch Eintöpfe werden mit Linsen gekocht sowie Pasten, die auf Brotstücke oder rohes Gemüse gestrichen werden können. Auf der Insel werden zwei gänzlich verschiedene Sorten von Linsen angebaut: Lafime wächst in einiger Höhe an den Abhängen des Déboulé, Masu wird im kühleren Norden der Insel kultiviert.

Macrospermae und Microspermae

Linsen (Lens esculenta oder Lens culinaris) wachsen an buschigen Pflanzen (kultivierten Schmetterlingsblütlern), die 35 bis 45 cm hoch werden können und dünne, stark verästelte Zweige besitzen. Die kurzen, flachen und länglichen Linsenhüllen enthalten ein oder zwei Samen. Die Linsen werden nach ihrer Grösse in Macrospermae (grosse Linsen) und Microspermae (kleine Linsen) unterteilt, wobei jede Gruppe zahlreiche, in Beschaffenheit und Geschmack unterschiedliche Sorten umfasst. Lafime gehört zu den Microspermae und wird ganz verkocht. Masu hingegen gehört zur Gruppe der Macrospermae und kommt halbiert in den Handel. Auch im Geschmack sind die zwei Sorten sehr unterschiedlich.

Ursprung in Zentralasien

Linsen haben ihren Ursprung vermutlich in Zentralasien. Bei Ausgrabungen im Mittleren Osten entdeckte man Linsensamen in Regionen, die bereits vor 8000 Jahren landwirtschaftlich genutzt wurden. Den Archäologen zufolge bereitete man damals Linsen zusammen mit Gerste und Weizen zu, die wohl ebenfalls in dieser Region beheimatet waren. Im Verzug der Völkerwanderungen wurde die Linse in ganz Europa und Afrika verbreitet. Man hat Linsen in ägyptischen Gräbern gefunden, die aus den Jahren um 2200 v. Chr. datieren. Auch im Alten Testament wird die Linse öfters erwähnt. Die Chaldäer (ein semitischer Volksstamm, der zwischen Euphrat und Tigris siedelte) nannten die Linsen Adaschum oder Adaschis. Berühmt ist auch jene Geschichte aus der Genesis, in deren Verlauf der schlaue Jakob seinem Bruder Esau im Austausch für ein Linsengericht das Erstgeburtsrecht abluchst (Buch Mose 25. 19-34). Im ersten nachchristlichen Jahrhundert gelangt die Linse auch nach Indien, wo Urad Dal, Masoor, Toor etc. bis heute ein wichtiges Element verschiedener regionaler Küchen bilden.

Frucht aus Europa

Es ist nicht bekannt, seit wann Linsen auch auf Santa Lemusa kultiviert werden. Mit grösster Wahrscheinlichkeit waren es europäischen Einwanderer, welche die leicht zu transportierenden Samen auf die Insel brachten – und mit ihnen auch das Wissen um ihre Aufzucht und Verarbeitung. Die gängige kreolische Bezeichnung für Linse ist Lanti (von französisch lentilles). Die einzelnen Sorten haben indes Namen, deren Ursprünge oft eher in lokalen Erzählungen oder Vorstellungen gesucht werden müssen – und so auch auf eine recht lange Zuchttradition schliessen lassen. Grosser Ertrag Die einjährigen Pflanzen werden auf Santa Lemusa von diversen Bauern angebaut. Linsenfelder er bringen einen grossen Ertrag, was auf einer kleinen Insel wie Santa Lemusa besonders wichtig ist. Ein Hektar Linsen bringt zwei bis drei Mal soviel ein wie etwa ein vergleichbar grosses Feld mit Weizen. Linsen können folglich auch auf kleineren Feldern in einer ökonomisch sinnvollen Weise angebaut werden. Nach dem Trocknen und Dreschen bringen die Bauern von Santa Lemusa die ganzen Linsen zu Divini, wo sie zunächst einer eingehenden Qualitätsanalyse unterzogen, dann maschinell verlesen und, im Fall von Masu, auch sorgfältig gespalten werden.

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Linsen sind sehr ergiebig: Ein Hektar bringt zwei bis drei Mal soviel ein wie etwa ein vergleichbar grosses Feld mit Weizen.   Linsenfeld

Erste Publikation: 2003
Neue Publikation: 10. Februar 2009
Letzte Modifikation: 10. Februar 2009
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