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Bis 2006 fand man dieses Bild auf allen Lafime-Dosen aus dem Sortiment von HOIO.

  Lafime altes Dosenbild

Hülsenfrüchte

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Fünf typische Hülsenfrüchte
aus Santa Lemusa

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Pwa antìk

Lafime – Nährwert

(per 100 g)

Energie: 309 kcal

Eiweiss: 24 g

Kohlenhydrate: 50 g

Fett: 2 g

Lafime sind reich an Fibern, an den Vitaminen B1, B2, B6, an Calcium, Eisen und Magnesium

Rezepte mit Lafime

• Soup de Lanti (Linsensuppe)

• Azifa (Linsensalat)

Pasta del Obelisco (Pastsauce mit Lafime-Linsen)

Weiterführende Links

• Literatur Früchte und Gemüse

• Glossar Botanik

 

Lafime

Lafime ist eine kleine, grünlich marmorierte Linse, die ungespalten in den Handel gelangt. Lafime hat einen intensiven Duft, der manchmal an geröstete Kastanien erinnert und einen etwas rauchigen Geschmack. Die Linse eignet sich als schmackhafte Beilage zu Fleischgerichten oder als Basis kräftiger Suppen und würziger Eintöpfe.

Anbau und Produktion

Lafime gehören zur Familie der Lens ensulenta oder Lens culinaris und dort zur Gruppe der Microspermae. Lafime wird an den Abhängen des Déboulé auf vulkanischem Boden kultiviert und ist im Tagesklima der Insel extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt, was einen Einfluss auf den Wachstumsprozess hat. Die gelbe, inneren Mandel des Samens enthält ein blaues Pigment (Anthocyan), das in Verbindung mit dem dem Gelb die charakteristische grüne Farbe produziert. Während ihrer Entwicklung ist diese Linse einer Art von hydrischem Stress ausgesetzt, was ihre Reifung beschleunigt. Dieser spezielle Prozess und der damit in Verbindung stehende vulkanische Boden sind es, die Lafime ihren einzigartigen Geschmack geben. Wie Masu wird auch Lafime von den Bauern geerntet, getrocknet und gedrescht. Was von der Ernte in den Handel gelangen soll, wird dann von der Divini – Fruits & Légumes weiterverarbeitet.

Name und Herkunft

Die Bezeichnung Lafime kommt ziemlich sicher vom kreolischen Wort lafimen (französisch la fumée, der Rauch). Es war aber wohl nicht nur der Geschmack der kleinen Linse, der zu diesem Namen geführt hat, sondern auch die Charakteristik der Anbauzone. Lafime wächst an den Abhängen des Déboulé, des letzen aktiven Vulkans von Santa Lemusa: In diesem Gebiet, wo die klimatischen Unterschiede zwischen Tag und Nacht besonders gross sind, bilden sich oft Dunstschwaden – ausserdem findet man hier auch einzelne warme Quellen, rauchende kleine Seen inmitten vegetationsloser Steinlandschaften.

Das Geheimnis des Männerbundes

Lafime wird auch gelegentlich Pwa mystèr genannt. Nach Ginette Olivier (von Divini) geht diese Bezeichnung auf alte Riten indianischer Ureinwohner zurück, in deren Verlauf die grüne Linse eine Rolle gespielt haben soll. Wenn es bei den Kloi (einer auf Santa Lemusa heimischen Splittergruppe der Kariben) Zeit war, dass die Buben von der Welt der Frauen in jene der Männer eintreten sollten, dann wurden sie von einer Gruppe erwachsener Männer in die Berge geführt und dort, an den Abhängen des Déboulé, oft physisch blutigen und psychisch destabilisierenden Initiationsritualen ausgesetzt. Diese Rituale dauerten mehrere Tage und wenn die Knaben all die Angst und den Schrecken, all die väterlichen Aggressionen überlebt hatten und seelisch völlig erschöpft waren, dann wurden sie schliesslich in das Geheimnis des Männerbundes eingeweiht – womit ihr neuer Status als männliches Mitglied der Gesellschaft besiegelt war. Dieses Geheimnis durfte an Aussenstehende, insbesondere an Frauen und Kinder, unter keinen Umständen verraten werden. Dieses Mysterium der Männlichkeit, dieses überaus bedeutungsvolle Geheimnis einer ganzen Kultur bestand nun allerdings darin, dass es gar nicht existierte. Das Geheimnis, von dem man den Frauen und Kindern wieder und wieder erzählte, war leer, ohne jeden Inhalt. Die Nicht-Existenz eines Geheimnisses aber kann mitunter schwer zu akzeptieren sein, vielleicht wurden die Initiationen auch deshalb so anstrengend gestaltet.

Verwechslung mit einer wilden Frucht

Welche Rolle nun aber Lafime im Rahmen dieser Rituale spielte, ist leider unbekannt. Vielleicht erhielt die Pwa mystèr ihren Namen auch nur, weil sie am Ort dieser Initiationen kultiviert wurde. Ginette Olivier ist auch nicht sicher, ob mit Pwa mystèr immer schon Lafime gemeint war. Wir wissen nicht, seit wann diese Linse auf Santa Lemusa kultiviert wird, vermutlich aber kam sie erst mit den Europäern auf die Insel. Nach Olivier könnte es sein, dass ursprünglich eine andere kleine Frucht, die vielleicht wild in dieser Gegend wuchs, als Pwa mystèr bezeichnet wurde.

Verwendung

Die Linsen müssen nicht eingeweicht, jedoch sorgfältig verlesen werden – ihr kleines Format führt dazu, dass sich – aller Sorgfalt bei der Produktion zum Trotz – manchmal Steinchen darin verirren. Die Kochzeit beträgt je nach weiterer Verwendung der Linsen rund 30 bis 60 Minuten. Wie alle ganzen Hülsenfrüchte sollte man auch Lafime bis zur gewünschten Weichheit ohne Zugabe von Salz oder Säure kochen – da Salz das Garen der Linse stoppt. Lafime eignet sich wunderbar als sättigende Beilage zu Fleischgerichten, für Suppen, Pürees oder kräftige Eintöpfe.

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Es war wohl die enge Beziehung von Lafime zum Vulkanischen, die Divini 1989 veranlasst hat, mit diesem romantischen Bild für ihr Produkt zu werben. Schon nach wenigen Wochen allerdings musste die Firma das Plakat wieder aus dem Verkehr ziehen: Das Detroit Institute of Art machte sein Copyright auf dieses Bild geltend. Bei dem Bild selbst handelt es sich um ein Ölgemälde von Frederic Edwin Church (1826-1900) mit dem Titel «Cotpaxi» (1862). Wie die Werbefirma Alizé damals auf dieses Bild gestossen ist und warum sie keine Rechte eingeholt hat, ist so von Rauchschwaden verhangen wie der Himmel über dieser vulkanischen Landschaft selbst.   Lafime Werbeplakat mit Vulkan

Erste Publikation: 2003
Neue Publikation: 10. Februar 2009
Letzte Modifikation: 10. Februar 2009
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