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Sklavenhütten – Detail aus der er 1751/65 erschienenen «Encyclopédie» von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d'Alembert (siehe unten).

  Sklavenhütten aus der Encyclopedia

Zucker

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Geschichte

Das Zuckerrohr (Saccharum officinarum) stammt vermutlich ursprünglich aus Indien oder aus Neuguinea. Quellen belegen, dass Zuckerrohr schon seit mindestens 2500 Jahren bekannt ist. Schon im altindischen Sanskrit gibt es das Wort sarkara (mittelindisch sakkhara) für den Zucker als Produkt der Zuckerrohrpflanze. Alle vorderasiatischen wie auch europäischen Bezeichnungen für Rohrzucker gehen darauf zurück. Dass man in diesem Raum schon sehr früh die Gewinnung des Zuckers aus Zuckerrohr kannte, zeigen auch Überlieferungen, nach denen schon die Heerscharen Alexanders des Grossen (356 – 323 v.Chr.) auf ihren Feldzügen in Indien einem neuen Typ ‹Honig› begegneten, den man ohne Hilfe von Bienen aus einer Art Schilfrohr gewann. Vielleicht wurde die eher grobe, körnig-klebrige und goldbraune Masse deshalb bis ins Mittelalter hinein immer wieder auch als sal indicum (Salz Indiens) bezeichnet.

Zuckerrohr wird geschnitten
Zuckerrohr wird geschnitten und auf Karren verladen. Aquatinta aus «Ten Views in the Island of Antigua» von William Clark (Thomas Clay Publisher, London 1823).

Von Indien aus gelangte die Zuckerrohrkultur über Arabien bis ins Abendland. In der Antike wurde Zucker allerdings vorwiegend zu medizinischen Zwecken gebraucht - die Speisen und Getränke wurden mit Honig gesüsst. Bis ins Mittelalter hinein galt Zucker als Medizin oder als exotischer Luxus, den sich nur die Reichen leisten konnten. – Vermutlich waren die Araber die ersten, die Zuckerrohr in grösserem Ausmass anbauten und weiterverarbeiteten. Sie nutzen auch die von ihnen eroberten Länder als Anbaufläche und so kam der Zucker nach Spanien. Die Spanier waren im 8. und 9. Jahrhundert die ersten Europäer, die mit Zucker handelten. Der meiste Zucker wurde aber nach wie vor in der arabischen Levante angebaut.

Windmühlen pressen Zuckerrohr aus
Windmühlen pressen den Saft aus dem Zuckerrohr. Aquatinta aus «Ten Views in the Island of Antigua» von William Clark (Thomas Clay Publisher, London 1823).

Um 900 wurde Venedig, das den europäischen Gewürzhandel kontrollierte, zu einem Zentrum für den Zuckerhandel. Von Venedig aus gelangte der Zucker nach und nach in das restliche Europa. Im 15. Jahrhundert wurde Zuckerrohr in Sizilien und auf der iberischen Halbinsel angebaut, wenig später auch auf den portugiesischen und den spanischen Inseln im Atlantik: Heinrich der Seefahrer (1394–1460), Sohn von König Johann I. von Portugal, liess im Jahre 1420 Zuckerrohr von Portugal nach Madeira bringen – wenig später wurde Zucker dann auch auf den Kanarischen Inseln und den Azoren angebaut.

Zuckerrsaft wird eingekocht
In grossen Bottichen wird der Saft eingekocht. Aquatinta aus «Ten Views in the Island of Antigua» von William Clark (Thomas Clay Publisher, London 1823 – alle drei hier gezeigten Tafel von Clark stammen aus der Ausgabe im Besitz der Bibliothèque et Archives Nationales von Santa Lemusa).

Von Spanien aus gelangte der Zucker in die Neue Welt. Es war Christoph Kolumbus (1451–1506), der Entdecker Amerikas, der für die weitere Verbreitung des Zuckerrohrs sorgte. Er selbst, mit einer reichen Dame aus Madeira verheiratet, befasste sich während seiner Aufenthalte auf der Blumeninsel immer wieder mit dem Zucker und dem Zuckerrohr. Als er dann am 12. Oktober 1492 auf den Bahamas, später in Kuba und Haiti landete, erkannte er schnell, dass hier ein ideales Klima für die Zuckerrohrpflanze herrschte. So nahm er auf seiner zweiten Reise Schösslinge des Zuckerrohrs mit und pflanzte sie erstmals 1494 in Haiti an. Wenig später wurde Zuckerrohr auch in der heutigen Dominikanischen Republik, dann auf Kuba und in Brasilien angebaut.

 

Zuckerproduktion - Tafel aus der Encyclopedie von Diderot und d'Alembert
Darstellung eines Zuckerfeldes, eines Zuckerrohrs und der für die Arbeit notwendigen Utensilien. Aus der 1751/65 erschienenen «Encyclopédie» von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d'Alembert. (Tafel aus der Ausgabe im Besitz der Bibliothèque et Archives Nationales von Santa Lemusa.)

 

Nach Père Jean-Baptiste Labat wurde der Zucker im Jahre 1648 in den Antillen eingeführt – durch Holländer, die aus Brasilien flüchten mussten. Andere Quellen behaupten, der Zucker sei schon 1637 durch einen Pieter Blower, ebenfalls von Brasilien her, in die Antillen eingeführt worden. Die Beschreibung, die Père Jean-Baptiste Labat zu Beginn des 18. Jahrhunderts von der Zuckerindustrie gibt, lässt erahnen, wie gut ausgebaut diese damals schon war. Labat nennt neun verschiedene Zuckervarianten und diverse Nebenprodukte wie etwa Sirup oder Tafia, also Rum.

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    Detail aus der Encyclopedie

Erste Publikation: Januar 2007
Neue Publikation: 11. Februar 2009
Letzte Modifikation: 11. Februar 2009
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