31.8.2001 < voriger Tag | nächster Tag >
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von links oben nach rechts unten: Robert und Freund im Whirlpool / Martin Blum mit Kettensäge und beim Feueraufbau für ein in Ton gebackenes Gericht / Robert und Freund am Lehmtisch / Martina Gmür schiebt schwungvoll den Boden sauber / Markus Müller mit Kettensäge an der Fassade / der Küchengast, Mona, Martina, Lena Eriksson und Franziska Wüsten beim Vorbereiten

friedlicher und geschäftiger Freitag - an dem die Träume etwas zu sagen haben / die Kettensägen im Duett singen / Schwedenfackeln und der Fassadendurchbruch gemacht werden / an allen Ecken gewerkelt wird / noch ein Liebesfilm entsteht / ein getöpferter Braten probiert wird / zwei verführerische Torten entstehen / Annina und Andrea schon für die Tonspuren in Reinach zu tun haben / G.A.B.I ihr erstes Arbeitsgespräch haben / Mona zum Abendessen lieben Besuch hat / alle Plätze besetzt sind / gut gelaunt zu Bett gegangen wird

besuchender Mitarbeiter: Cornelius Blattner /
www.traum.ch
Andrea Saemann interessierte es, die Träume als Nachtprozesse Teil des Tages werden zu lassen. In diesem Sinne lade ich hier seit drei Wochen zu Traumgesprächen ein. Dies sind Gespräche über die im Foyer geträumten Träume, um die Nachtwelt in den Tag zu bringen.
Ich sehe das so: die Kälberhütten symbolisieren die Landwirtschaft, die Gartenhäuser die Besiedelung und mir geht es darum, die Aufmerksamkeit auf die Geschichten zu lenken, die wir nachts träumen und sie mit anderen zu teilen. Es wird ein Raum dafür geschaffen und eine Gewichtung - dem Träumen einen Raum zu geben und einen Wert, das sehe ich als meine Aufgabe. Ausserdem mache ich am 19.9. hier im Foyer den "Träumerei"-Abend. Dort biete ich an, mit Einzelnen in einem Zelt Träume zu besprechen. Gleichzeitig gibt es eine Aufführung mit Stimme und Vibrafon, ein Traumbericht-Konzert, als eine Art Resumé, wo aus Traumnotizen vorgelesen und mit Musik verdichtet wird.
Ich studiere Psychologie. Die Traumarbeit begleitet mich seit 20 Jahren. Früher, als ich Musik studierte und allmorgens meine Fingerübungen am Klavier machte, kamen mir immer meine Träume der Nacht davor in den Sinn. Ich begann Traumexperimente zu machen und mein Interesse wuchs bis jetzt, wo ich als Begleiter für Traumbearbeitungsprozesse mit Einzelnen und in Gruppen arbeite. Ich sehe das als Steigerung der Lebensqualität.
Mir hat sich wegen meines nahen Wohnortes und einer Menge Dinge, die ich zu tun habe, nicht die Gelegenheit geboten, hier zu wohnen.
Das räumliche Konzept eröffnet sehr viele Angebote. Das Foyer, das Essen, die Bar am Mittwoch als öffentlicher Zugang, der Lehmkasten, viel Spielfreudiges und Genüssliches. Diese Dinge machen für mich Lebensqualität aus, eine Einladung. Den Sonnenuntergang fand ich spannend, auch das man hier oben immer wieder etwas Neues entdeckt.
Die ungeklärte, fremde soziale Situation lässt es zuweilen unangenehm werden. Man fühlt sich dann fremd und aussen vor. Es gibt eine Art von Durststrecke, Kommunikationsdurst durch den man durch muss, aber es lohnt sich zu bleiben. In solchen unsicheren Situationen kann man zwar Neues kennenlernen, viele Begegnungen haben, man braucht aber schon einen guten Boden oder viel Motivation, um nicht aufzugeben.
Die grösste und äusserst positive Überraschung für mich war der Whirlpool an diesem Ort.