30.8.2001 < voriger Tag | nächster Tag >
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verregneter Donnerstag - an dem es heimelig wird / einige iaab-Gästeatelier-Anträge gestellt werden / die Komfort Kontrolle gegen Gesundheitsschädliches-beschäftigt-Sein eingeführt wird / die Hütten noch einen zusätzlichen Regenschutz bekommen / Schokoladenkuchen vorbereitet wird / viel Besuch zum Abendessen kommt / Edit Oderbolz ihren Sonnenuntergang vom Pool aus geniesst / die Performancegruppe G.A.B.I. zum Wochenendworkshop erwartet wird / der Abwasch nicht mehr aufhört / Marc Moucis Liebestaumel weitergeht - Kommentar von Marc Mouci / Mitarbeiter des Tages: Martin Blum, der andere Bauverantwortliche des Foyers

Mitarbeiter des Tages: Martin Blum, der andere Bauverantwortliche des Foyers
Ich plane und baue mit Haimo das Foyer. Wir verstehen uns als Bildhauer, arbeiten räumlich und bauen auch sonst zusammen. Gewöhnlich etwas kleiner, aber in diesem "grossen Rahmen" hat es sich angeboten, mit der Grösse zu arbeiten.
Im Grossen und Ganzen bin ich sehr zufrieden, dass wir diese Sachen ausprobieren konnten und sie vor allem funktionieren. Es gibt natürlich schon Details, die ich nicht gelungen finde oder die ich alleine anders entschieden hätte, was eben eine Angelegenheit der Absprache zwischen vielen ist, aber im Grunde stört mich nichts Entscheidendes. Im Praktischen haben sich auch Bedenken gegen diese Entscheide verloren.

Am Anfang fand ich die geplante Fassade von Markus Müller einen grossen, unverdaulichen Brocken, weil ich mir, dem Gelände entsprechend, ein ganz offenes Baugefüge vorgestellt und auch dafür plädiert habe. Ich schätze natürlich die Arbeiten von Markus Müller auch sonst sehr und war etwas befangen zu kritisieren. Jetzt finde ich, die Fassade funktioniert sehr gut.
Ich finde es spannend mit den Passanten, den Leuten die durchreisen, den Künstlern, die hier arbeiten und sich von ihrer Arbeit vielleicht erholen, und uns, die wir ständig hier wohnen. Es könnte eben auch eine Art Wellness Farm sein. Ich wohne hier gerne: es ist ruhig, frische Luft, Auslauf - das sagt mir schon sehr zu. In die Stadt zu gehen kann ich mir schon nicht mehr vorstellen. Dazu kommt, dass ich mir erst wieder eine Wohnung dort suchen muss und das wird schwierig werden für mich. Der Luxus hat etwas Eigenes, denn sobald er da ist, nimmt man ihn nicht mehr so wahr. Das ist für mich hier auch so: zuerst musste man schauen, ob man ein Auto hat, für das Wasser ein bisschen gehen, es warm machen... jetzt ist alles da und dann auch gut. Das ist ein Untersuchungsfeld für mich: eine Wiese, auf der der Komfort von Tag zu Tag zunimmt bis zu einem Kronleuchter über dem Feuer und der Frage, wie der sich dann, zum Ende zu, wieder abnehmen lässt!
Am überraschendsten finde ich es, die Menschen näher kennen zu lernen. Sie von einer anderen Seite zu sehen, gerade auch nach einer etwas einseitigen Zeit, die so viel mit Absprachen, Organisation und Planung zu tun hatte. Toll finde ich auch, wie viel Zeit die Leute mitbringen müssen, um hierher zu kommen und wie entspannt es dann wird, wenn Menschen ein bisschen länger bleiben oder vielleicht übernachten.
Marc Mouci - Liebestaumel in Bottmingen
Eigentlich ist das Projekt, das ich mir ausgedacht habe, sehr simpel. Ich biete jeder und jedem die Möglichkeit an, einen Liebesfim zu drehen. Einzige Bedingungen: -ich bin der Liebespartner/ -Die Sätze sind vorgegeben/ -Der Film sollte nicht länger als fünf Minuten dauern.
Einfach? Denkste! Natürlich hat meine Idee auch Tücken und Macken, denn auch die Liebe lässt sich kaum so einfach einfangen.
Nun ist es Mittwoch Abend und ins Foyer sind viele Leute gekommen. Ich habe bereits zwei Liebestaumel hinter mir und der nächste steht mir noch mit zwei Franzosen aus Paris in der Nacht auf Donnerstag bevor.
Ich erkläre den vielen Anwesenden mein Projekt und fordere sie auf, sich bei Interesse anzumelden.
Den Abend verbringe ich dann mit den Franzosen, die mir lang und breit ihre wilden Ideen mitteilen. Ach ja, eine der Tücken meines Projekts: Die Teilnehmer müssen sich die Geschichte zum Film selber ausdenken. Ich helfe Ihnen nur bei der Realisierung ihrer Idee.
Ich erfahre am nächsten Tag, dass ganz viele den Liebestaumel sehen wollten, ihn aber nicht gefunden hätten. Sie seien zu den Hütten gegangen und hätten nichts gesehen. Nun, wären sie zu mir gekommen, dann hätten sie ihren ganz eigenen Liebestaumel gehabt, aber einfach so nur zuschauen, das gibt es natürlich nicht. Und das ist auch gut so.
