29.8.2001                < voriger Tag | nächster Tag >
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der Mittwoch feiert die Bauten - Haimo und Martin polieren den letzten Schliff ans Gebäude / Markus wartet nur noch auf die Sprenggenehmigung / Edit strahlt wie ihr Sonnenuntergang / der Lehmtisch wird installiert / Hanno bringt einen Kronleuchter für den Feuerplatz / Andrea und Annina halten eine Ansprache zum Jour Fixe / Zur Feier des Tages gibt es ein aufwendiges Festessen für die Gäste im Teamwork / Mitarbeiter des Tages - einer der Bauverantwortlichen: Haimo Ganz

 

Mitarbeiter des Tages: Haimo Ganz, einer der beiden Bauverantwortlichen

Meine Aufgabe ist zweigeteilt: Ich bin mit Martin für den Aufbau des Foyers verantwortlich und dann noch für die Küche zuständig und mitverantwortlich, kaufe mit ein oder wasche ab.

Wir haben die Bauten erst nach den Wünschen der Kuratorinnen, nach den Bedingungen vor Ort und dann der Beteiligten entwickelt und verändert. Diese Entwicklung finden wir gut, das könnte ich als unsere Vorgehensweise beschreiben: auf die Notwendigkeiten und die Wünsche zu reagieren.

Zu denken begonnen haben wir letzten November - da waren wir glaube ich das erste Mal hier auf dem Feld, da wurde das Feld schon mal abgesteckt. Vorgaben der beiden Kuratorinnen waren 20 Schlafplätze, die gespiegelten Hütten als abschliessbarer Raum, Feuerplatz (erst zwei Feuerplätze, einer innen, einer aussen), Küche und Badezimmer. Das haben wir dann zusammen geplant, weiter entwickelt, abgeändert, überdacht, abgeändert, besprochen, vorgeschlagen.

Wir haben so nach und nach weitergearbeitet, Pläne eingereicht, Sponsoren gesucht - der Baubeginn war der 16. Juli. Seitdem wohnen und arbeiten wir hier oben. Die ersten zwei Wochen schliefen nur Martin und Andrea da. Wir waren eine sehr kleine fluktuierende Gruppe, mal mit den Bauarbeitern von Stamm, mal mit Hanno... Dann kam Andrea Zimmermann als Köchin und sie hatte natürlich Wünsche an die Funktionalität: Wasser in der Küche, fliessendes Wasser überhaupt, ein Dach. Dazu kamen noch Notwendigkeiten - wie zum Beispiel das Auto als Transportmittel - und wir mussten und konnten uns auf diese Möglichkeiten - Wünsche und Notwendigkeiten - als Entscheidungssysteme berufen. Nach unserer langen Planphase, die ich sehr anstrengend fand, weil ich sonst nicht gerne so arbeite, freute ich mich sehr darüber zu bauen und jetzt finde ich das gebaute Foyer auch noch super. Wir haben uns auf Materialien berufen, mit denen wir schon gearbeitet haben oder die wir bereits im Kopf hatten, die aber durch die Grösse und in dieser Art von Zusammenarbeiten eine andere Dimension bekamen und überprüft werden mussten. Die Kälberhütten kamen als Erfahrung von Martin, die Tetrapaks wollten wir schon länger gerne ausprobieren, die Gerüste, mit denen wir auch in einem anderen Projekt arbeiteten, wurden von der Firma aufgestellt, die auch die Verantwortung für die Statik übernommen hat. Die Konstruktion und die Rohre sind fast überdimensioniert stark und relativ einfach im Umgang.

Sonst arbeite ich zusammen mit Martin Blum als Schweizer & Schweizer kAG.

Wir sind in Bautätigkeiten sehr engagiert, eine "Unbaufirma". Wir haben Arbeiten im öffentlichen Raum gemacht, Land in Besitz genommen und Problemverlagerung als Arbeitsfeld für uns entdeckt. Meistens geht das von einer kleinen Idee und Beobachtung aus, von Martin oder von mir, und dann wird sie mit unseren zwei verschiedenen Arten zu arbeiten weiterentwickelt. Martin finde ich schneller, resultat- und funktionsorientiert und das alles sehr praktisch, während er die Dinge baut. Er überprüft den technischen Ablauf. Ich überlege bis zum Endstadium alles durch bevor ich beginne - auch die ästhetischen Aspekte. Dabei übersehe ich natürlich wichtige Nebenstrassen, die Martin nimmt und dabei neue Richtungen oder Sackgassen findet, während ich die gröbsten Fehler schon ausschliessen kann.

Das Foyer klappt hervorragend. Für mich ist es an den Nebeneffekten, die es hat, am besten abzulesen. Da ist zum Beispiel Pierre einfach gekommen und bringt uns Honig, wir bekommen dieses tolle Brot oder gestern gab es überraschend diese Band und es freut mich, wenn es so "einfach passiert", dass Leute kommen, fragen und Teil haben. Für mich könnte es noch mehr von solchen Begegnungen geben.

Ich wohne sehr gerne hier, man riecht immer ein bisschen nach Feuer, ist ein bisschen schmutzig. Man hat zu tun, was man gerne tut... wie in den Ferien. Momentan war es nur ein bisschen viel. Wir wurden im Juni zusätzlich zu einem Kunst am Bau-Wettbewerb eingeladen und hier war die Arbeit schon streng: Die Kommunikation zwischen so vielen Leuten finde ich anstrengend, weil ich das planen, so nötig es ist, zermürbend finde. Noch schlimmer ist das ebenfalls unausweichliche Budget-Diskutieren für mich. Aber jetzt sieht es für mich sehr gut aus was das Ferienkonzept betrifft.

An diesem Ort hier finde ich Luxus sehr gut, es könnte fast noch mehr sein. Eine Spülmaschine wäre schon gut gewesen, andererseits gibt es auch Menschen, die gerne abwaschen. Bei diesem schönen Wetter, das wir hatten, hätten wir fast nichts gebraucht.