9.9.2001 < voriger Tag | nächster Tag >
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Sonniger Sonntag - an dem das berühmte Rezept der Woche auf Montag verschoben wird / mit vielen Spaziergängern / einem Tonspuren Kommentar von Barbara Naegelin / an dem Abends am Feuer gegessen wird / Paola uns das Floaten zeigt / und die Kranken früh ins Bett müssen

Sunny Sunday - when the famous receipe of the week has to be postponed to Monday / with lots of passers-by at the Foyer / a comment by Barbara Naegelin about Tonspuren in Reinach / and the ill have to go to bed very early
Barbara Naegelin -
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Tonspuren in Reinach. Eine Spur durch Wald und über Feld. Riesengrosse Fackeln wurden - wie am Vorabend - entfacht. Menschen wurden mit Elektronik versehen und auf den Weg geschickt. Die Sorgen waren gross: das Wetter war nasskalt. Der Wind verstärkte zwar das optische Spektakel, verängstigte mich aber, weil er die Fackelfunken weit in der Gegend herumwirbelte. Die Polizei wird von alarmierten Bewohnern des Quartiers mehrmals herbeigerufen. Ich versicherte aber immer wieder, dass wir die Gefahr unter Kontrolle hätten. Doch hundertprozentig sicher war ich nicht. Die Fackelwächter waren zum Teil jung und übermütig. Letztendlich aber doch sehr gewissenhaft. Dies war immer wieder nachzuprüfen. So mutierte ich zur strengen Aufsicht, was ich gar nicht mag. Unsere SpurenbesucherInnen mit Discman fielen durch ihre eigentümliche Versunkenheit auf. Passanten, die gerade von einem Waldspaziergang kamen, fragten nach und wurden begeistert. Interessiert holten auch sie sich Geräte und kehrten in den Wald zurück. Eine Anwohnerin, die eine der Fackeln vor ihr Haus gestellt bekam, nahm eine Freundin mit und begab sich skeptisch auf den Weg. Einen Weg, den sie beide eigentlich schon in- und auswendig kennen. Sie fragten mich, ob das Naturerlebnis nicht durch die akkustische Beeinflussung übertönt werde. Viele Kontrollgänge später treffe ich die beiden wieder am Ausgangspunkt an. Sie waren überrascht und ebenfalls begeistert. So etwas nenne ich einen grossen Erfolg. Das, was uns Foyer-Passanten doch immer wünschen... An der Geräteausgabestelle war zeitweise Hektik angesagt. Ein Engpass brachte die Leute dazu, sich in den Zelt-Warteraum zu begeben und vom netten Café Surbaum, Energie in diversen Formen zu holen. Die grosse, von Annina Zimmermann geführte, Gruppe kehrte zurück. Und somit auch eine grosse Anzahl Geräte. Noch bis spät nachts gingen vereinzelt Leute los, was mich sehr beeindruckte. Die Hemmschwelle, bei Nacht und Regen das warme Haus zu velassen und erst noch auf eine ungewisse Wanderung in die Dunkelheit zu gehen, ist doch eigentlich hoch. Trotz schiefer Wetterlage war die Stimmung aufrecht und heiter. Alle KomponistInnen waren anwesend und haben den Weg nochmals mit der Endfassung abgeschritten. Es war schön, zu sehen und hören, dass auch sie sehr glücklich waren. All das machte diesen - wie auch den vorherigen - Abend zu einem wirklich guten Erlebnis. Trotzdem: Am Ende waren die tapfer ausharrenden FackelwächterInnen froh, im Wald erlöst und mit dem Bus eingesammelt zu werden. Die Fackeln wurden gelöscht oder waren soweit am Erlöschen, dass man sie beruhigt zurücklassen konnte. Endlich zurück im Foyer, wärmten wir uns von innen her mit Rum und schönen Gesprächen auf. Rundherum strömte der Regen und die Hüttchen riefen immer lauter. Es war ein langer, vorwiegend guter Tag. Sonntagmorgen: Wie versprochen, scheint die Sonne. Das Frühstücksbuffet ist errichtet. Die KomponistInnen überschwänglich und beeindruckt von der Idylle, verlassen uns nach und nach. |
Sound-Tracks in Reinach. A track through the forest and over fields. Huge torches have been lit like the evening before. People have been given electronic equipment and sent on their way. I worried: The weather was wet and cold. The wind made the torches look more spectacular but it also made the sparks fly further. Some people in the neighbourhood also worried about the fire and called the police several times. Although I myself was not quite sure, I assured them again and again that the danger was under control. The people who watched over the torches were young and perhaps reckless, but I realised that we could rely on them. Nevertheless I had to keep checking that this was the case. Suddenly I became a control freak, which I absolutely didn't like. A small group coming out of the forest were surprised and confused by the people they saw passing them with the Discmen, who were obviously in a strange and concentrated mood. I explained to them what was going on and they were so caught up by the idea that they went back for a Discman and reentered the forest themselves. A woman who lived in the neighbourhood was alarmed by one of the torches being in front of her house. We explained the project to her and she came the next night to go on the walk with a friend. They were both sceptical about having the artificial sounds and were concerned that it would overpower the experience of being in nature. I met them again as they finished the walk and they were both very surprised and very excited. This is what I call a big success, and that is what the passers-by at the Foyer always wish for us. It was a little hectic at the reception desk since there were not enough Discmen for all the people who were arriving for the walk. They had to wait, but fortunatley they could have a nice coffee in the Cafe Surbaum. However, the large group, led by Annina Zimmermann, arrived back and brought with them many Discmen. Very late at night people were still setting off on the walk, which impressed me a lot since it takes a lot of effort to leave a warm and cosy house and go for a walk at night, in the dark and in bad weather. Despite the weather everyone was in a good mood. All the composers were there, they made the walk and were very happy that everything came together so well. This was wonderful for us to see and to hear.
By the end, the brave torch guards were very glad to be finished. We extinguished all the torches and went home.
Back in the Foyer we warmed ourselves up from the inside, with rum and good conversation. After this long but satisfying day we were relieved to get to bed.
Sunday morning, as promised, the sun was shining. Breakfast was ready. All the composers were excited about our picturesque setting but had to leave, one by one. |
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